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Auflösung: Was glauben Sie? – Das Gleichstellungs-Quiz

1. Wann haben Frauen* in Deutschland das Wahlrecht erhalten?

Frauen erhielten 1918 vom Rat der Volksbeauftragten das aktive und passive Wahlrecht. Im darauffolgenden Jahr durften sie das erste Mal an der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung teilnehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren nur Männer wahlberechtigt. Der neue Paragraph, der in die „Verordnung über die Wahlen zur verfassungsgebenden deutschen Nationalversammlung“ eingefügt wurde lautete nun: „Wahlberechtigt sind alle deutschen Männer und Frauen, die am Wahltag das 20. Lebensjahr.
Dieses Jahr feiert das Frauenwahlrecht sein 100. Jubiläum!

2. Wie hoch ist der Frauen*anteil im Bundestag?

30,9 %

Grüne 39 Frauen, 28 Männer (58%), Linke 37 Frauen, 32 Männer (54%), SPD 64 Frauen, 89 Männer (42%), CDU/CSU 49 Frauen, 197 Männer (20%) und AFD 10 Frauen, 82 Männer (11 %). Das hier so ein Ungleichgewicht herrscht ist allerdings bedenklich: Wir fordern eine Frauen*quote von 50 % in allen Ämtern, Behörden und auch bei politischen Mandaten. Da zeigt sich die strukturelle Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. Das hat Auswirkung auf die Mitbestimmung! (siehe Flyer „Möge die Macht mit dir sein!“) Man sieht auch: Die Konservativen und rechten Parteien scheren sich einen Dreck und gleichberechtige Politikgestaltung: Es gibt immer mehr Frauen*. Auch bei der SPD gibt es Aufholbedarf.

3. Wie hoch ist die Lohnlücke in Deutschland zwischen Frauen* und Männern? (der so genannte ‚Gender Pay Gap‘) 

21 % (Stand 2016). Damit steht Deutschland im Übrigen auf dem hinteren Mittelfeld. Es gibt im Übrigen keinen Grund für den Unterschied und zeigt die strukturelle Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und das mit gravierenden Folgen. (siehe Material: „Wir wollen den ganzen Kuchen“) Wir als Linke fordern: „Gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“

4. Wie viele Frauen* sind Deutschland sind in Führungspositionen?

Lediglich 29 %! Sieht so Gleichberechtigung aus? Im EU Vergleich liegt Deutschland damit im unteren Mittelfeld und wurde von der EU dafür auch schon angemahnt. Der Frauen*anteil in den 200 börsennotierten Top Unternehmen liegt im Übrigen bei 8,1 %!
Unsere Forderungen: siehe Fragen zu Frauen*anteil im Bundestag und Themenmaterial

5. Bis wann durften Männer ihren Frauen* verbieten ein eigenes Konto zu führen?

Bis in die 60er Jahre haben Männer einfach über die Finanzen der (auch berufstätigen) Frauen* entschieden (BRD).
Seit 1958 (können Frauen ihren Führerschein ohne Erlaubnis des Vaters!/Mannes machen. Das man überhaupt einen Mann um Erlaubnis fragen musste, ist natürlich unfassbar.
Viele Frauen*bewegungen und Frauen*rechtlerinnen haben dafür gekämpft endlich selbstbestimmt entscheiden zu können und das zum Teil mit großem Widerstand.
Und 1949 – Das Gleichberechtigungsgesetz („Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“) wird in das Grundgesetz aufgenommen.

6. Wie viele von den 28 Abgeordneten der Linksfraktion in Sachsen sind weiblich?

50 % – Genau, weil für uns eine gleichberechtigte Politik, Mitbestimmung ein grundsätzlicher Anspruch ist. Alle unsere Fraktionen sind quotiert, dass heißt zu 50 % weiblich und männlich! Im Vergleich zur Sächsischen CDU Fraktion – dort sind lediglich 19 % der Abgeordneten weiblich. Im Bundestag sieht es mit 20 % nicht besser aus.

7. Was versteht man unter dem so genannten „Gehorsamsparagraphen“?

Unglaublich oder? Der Paragraph trat 1900 in Kraft und lautete wörtlich: „Dem Manne steht die Entscheidung in allen das gemeinschaftliche eheliche Leben betreffenden Angelegenheiten zu; er bestimmt insbesondere Wohnort und Wohnung. Die Frau ist nicht verp ichtet, der Entscheidung des Mannes Folge zu leisten, wenn sich die Entscheidung als Missbrauch seines Rechts darstellt.“
Er wurde erst Ende der 50er Jahre aus dem Gesetzbuch
(der BRD) gestrichen. Bis dahin hatten Frauen* sich der Entscheidungsgewalt zu fügen und auch danach sollte es noch lang dauern bis sich die Strukturen zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit änderten, wenn auch nur langsam und bis heute nicht vollständig.

8. Was ist Frauen* erst seit den 70er Jahren erlaubt?

Bis in die 70er Jahre nahm die Frau nach der Hochzeit immer den Namen des Mannes an und legte ihren eigenen ab. Auch, wenn nicht genau festgelegt wurde, welchen Namen die Eheleute nach der Hochzeit annehmen wollten bedeutete das für die Frau, dass sie den Namen des Mannes annahm. Erst seit Mitte der 70er Jahre ist es möglich, auch den Namen der Frau als Familiennamen zu wählen.

9. Was ist erst seit 1997 strafbar?

Strafbar war diese allerdings nur, wenn ein Antrag gestellt wurde. Erst 2004 wurde aus Vergewaltigung in der Ehe ein Offzialdelikt. (Das bedeutet, dass es sich hierbei um ein Delikt handelt, dass von Amts wegen immer verfolgt wird, ohne das ein Antrag gestellt werden muss.) Für uns ist das natürlich unfassbar. Wir als LINKE setzen uns stark gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ein! Zusammen mit der Landtagsaktion gab es nicht nur parlamen- tarische Initiativen sondern auch eine Ausstellung zum Thema häusliche Gewalt, mit der wir in ganz Sachsen unterwegs waren.

10. Seit wann können Frauen (in der BRD) selbst entscheiden, ob sie berufstätig sein möchten (ohne ihren Ehemann / Vater um Erlaubnis zu fragen)?

seit 1971

11. Welche Erfindungen sind von Frauen?

Alle Erfindungen sind von Frauen.

Korrekturflüssigkeit (Bette Graham 1924 – 1980), Scheibenwischer (Mary Anderson 1866 – 1953), Kaffeefilter (Melitta Bentz 1873 – 1950), Einwegwindel (Marion Donovan 1917 – 1998), Minirock (Mary Quant *1934), BH (Caresse Crosby 1891 – 1970), Frequenzsprungverfahren (Hedy Lamarr 1914 – 2000), Geschirrspülmaschine (Josephine Cochrane 1839 – 1913), Schwimmweste (Kate Jenkins) und Paketfallschirm (Käthe Paulus 1868 – 1935).