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Angela Merkel

Angela Merkel

Geboren am 17. Juli 1954, Templin – „Europa braucht die Freiheit wie die Luft zum Atmen. Wo sie eingeschränkt wird, verkümmern wir.“

In Templin, einer Stadt in der Uckermark, lebte ein Mädchen namens Angela. Als sie sieben Jahre alt war, saß sie einmal mit ihrer Mutter in der Kirche, in der ihr Vater predigte. Auf einmal fing ihre Mutter an zu weinen.

„Was ist los?“, fragte Angela. „Sie bauen eine Mauer“, antwortete ihre Mutter. „Sie wollen eine Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland ziehen.“

Angela war verblüfft. „Warum zieht man eine Grenze mit Zäunen und Mauern?“, fragte sie sich. „Menschen sollten doch frei überall hingehen können.“ Doch die Ostdeutschen wurden nicht nur daran gehindert, in den Westen zu gehen, sie dürften nicht einmal westlichen Rundfunk oder Fernsehen empfangen. Angela hörte heimlich Westradio, um zu erfahren, was wirklich in ihrem Land passierte.

Nach dem Abitur studierte sie Physik mit dem Ziel, Professorin zu werden. Doch die Stasi, die Geheimpolizei der DDR, machte ihr klar, dasselbe wissenschaftliche Karriere nur möglich wäre, wenn sie für den Geheimdienst andere Menschen ausspionierte. Angela weigerte sich und wurde nie Professorin.

Als die Mauer in Berlin fiel, arbeitete Angela in einem Forschungslabor. Sie rief ihre Mutter an und sagte: „Ich glaube, wir sind jetzt frei und können in den Westen gehen.“ So war es tatsächlich.

Angelas leidenschaftliches Interesse für ihr Land führte sie in die Politik, und schließlich wurde sie sogar Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, eines Landes, das wusste, welches Leid Mauern verursachen, und das nie wieder geteilt werden wollte.


Aus dem Buch „100 außergewöhnliche Frauen“ von Elena Favilli und Francesca Cavallo erschienen im Hanser Verlag am 25.09.2017

Amna Al Haddad

Amna Al Haddad

Geboren am 21. Oktober 1989, Vereinigte Arabische Emirate

„Niemand soll sich anmaßen, mir zu sagen, was ich kann und was nicht.“

Es war einmal eine Journalistin namens Amna. Amna war übergewichtig, unsportlich und unglücklich. Eines Tages sagte sie sich: „Du kannst doch viel mehr. Tu etwas, egal was. Und wenn du spazieren gehst.“

Das tat sie, und bald machten diese Spaziergänge ihr so viel Freude, dass sie sich steigen wollte. Sie trainierte Langstreckenlauf und Sprints. Sie ging ins Fitnessstudio. Dort entdeckte sie das Gewichtheben für sich und wusste sofort: Das war ihr Sport.

Amnas Leben änderte sich, als der Weltverband der Gewichtheber muslimischer Frauen in einem Ganzkörpertrikot die Teilnahme an Wettbewerben erlaubte. Amna reiste zu Wettbewerben nach Europa und in die USA und wurde schon bald zu einem Vorbild für junge Muslimas in aller Welt.

„Ich finde es schön, stark zu sein“, sagt Amna. „Mädchen können genauso stark sein wie jungen oder sogar stärker.“

So sehr begeisterte sie sich für das Gewichtheben, dass sie für die olympischen Spiele in Rio de Janeiro trainierte.

Amna findet, jeder Mensch solle sich eine passende Sportart suchen und sie praktizieren. „Sport tut jedem gut – unabhängig vom Alter, von de Religion oder von der Abstammung“, sagt sie. „Sport verbindet Nationen und schafft Frieden.“

„Wie groß auch immer die Herausforderungen sein mögen, gib deinen Traum nicht auf. Nur mit Hartnäckigkeit kannst du deinen Zielen näher kommen. Hindernisse sind dazu da, überwunden zu werden.“



Aus dem Buch „100 außergewöhnliche Frauen“ von Elena Favilli und Francesca Cavallo erschienen im Hanser Verlag am 25.09.2017

Amelia Earhart

Amelia Earhart

Geboren am 24 Juli 1897, gestorben im Juli 1937

„Abenteuer sind ein Wert an sich!“

Es war einmal ein Mädchen, das hieß Amelia, und dieses Mädchen Sparte so viel Geld, dass es sich ein gelbes Flugzeug kaufen konnte. Sie nannte es ihren Kanarienvogel („The Canary“).

Wenige Jahre später überflog sie als Este Frau allein den Atlantik. Es war ein gefährlicher Flug. Ihre winzige Maschine wurde von heftigen Winden und Eisstürmen hin und her geworfen. Amelia hatte nur eine Dose Tomatensaft dabei, von der sie zwischendurch mit einem Strohhalm trank, um sich bei Kräften zu halten. Nach gut 15 Stunden setzte sie auf einer Weide in Nordirland auf,sehr zum Erstaunen der Kühe.

„Kommen Sie von weit her?“, wollte der Bauer wissen. „Allerdings“, antwortete Amelia lachend, „aus Amerika.“

Amelia liebte das fliegen, und sie liebte es, Dinge zu tun, die vor ihr niemand getan hatte. Ihre größte Herausforderung war es, als erste Frau ein,al um die Welt zu fliegen.

Außer einer kleinen Tasche konnte sie nichts mitnehmen, da der Platz in ihrer Maschine für Treibstoff benötigt wurde. Zunächst verlief der lange Flug gut. Die Maschine sollte auf der winzigen Howlandinsel landen, traf aber nie dort ein. In ihrem letzten Funkspruch gab Amelia Earhart durch, die fliege durch dichte Wolken und habe kaum noch Treibstoff. Ihr Flugzeug verschwand irgendwo über dem pazifischen Ozean und wurde nie gefunden.

Vor ihrem Start schrieb sie: „Ich bin mir der Risiken voll und ganz bewusst. Ich will es machen, weil ich es will. Frauen müssen die selben Dinge in Angriff nehmen wie Männer, und wenn sie scheitern, muss ihr Scheitern anderen als Ansporn dienen.“

Aus dem Buch „100 außergewöhnliche Frauen“ von Elena Favilli und Francesca Cavallo erschienen im Hanser Verlag am 25.09.2017

Ameenah Gurib-Fakim

Ameenah Gurib-Fakim

Geboren am 17 Oktober 1959, Mauritius

„Noch die schlichteste Pflanze birgt überraschende Geheimnisse.“

In Mauritius, einem Inselstaat im indischen Ozean, lebte einmal ein Mädchen, das alles über Pflanzen wissen wollte. Ihr Name war Ameenah. Ameenah studierte Chemie und wandte sich nach ihrem Abschluss dem Thema der Biodiversität zu. Sie analysierte hunderte von Heilkräutern und anderen Pflanzen und untersuchte deren Eigenschaften. Sie reiste aufs Land und lernte von traditionellen Heilern, wie sie Pflanzen in ihren Ritualen einsetzten.

Für Ameenah waren Pflanzen wie Freunde.

Von den Bäumen möchte sie den Baobab am liebsten, den Affenbrotbaum, weil er so vielseitig genutzt werden kann: In seinem Stamm speichert er Wasser, seine Blätter heilen Infektionen, und seine Früchte (das „Affenbrot“) enthalten mehr Proteine als Muttermilch.

Ameenah fand, man könne von Pflanzen viel lernen, zum Beispiel vom Benjoinstrauch: „Die Blätter dieses Strauchs sind ganz unterschiedlich groß und unterschiedlich geformt. Da Tiere aber nichts fressen, was sie nicht wiedererkennen, lassen Sie diesen Strauch in Ruhe. Ganz schön schlau, oder?“

Ameenah stellte sich Pflanzen als lebende Biologielabore vor, volle lebenswichtiger Informationen für Menschen, aber auch für andere Spezies.

„Mit jedem Wald, der abgeholzt wird, verlieren wir ein solches Laboratorium. Eins, das wir niemals zurückgewinnen können.“

2015 wurde Ameenah Gurib-Fakim zur Präsidentin ihres Landes gewählt. Tag für Tag setzt sie sich für die Bewohner von Mauritius ein – für die Menschen, die Tiere und die Pflanzen.

Aus dem Buch „100 außergewöhnliche Frauen“ von Elena Favilli und Francesca Cavallo erschienen im Hanser Verlag am 25.09.2017

Alicia Alonso

Alicia Alonso

Geboren am 21. Dezember 1921 in Kuba

„Ein Tänzer sollte von allen Künsten lernen.“

Es war einmal ein blindes Mädchen, aus dem eine großartige Tänzerin wurde. Ihr Name war Alicia.

Als Kind und junges Mädchen könnte Alicia sehen, und sie war schon früh eine wunderbare Tänzerin mit der Aussicht auf eine große Karriere. Doch dann begann sich ihre Netzhaut abzulösen. Sie konnte immer schlechter sehen und war gezwungen, monatelang reglos im Bett zu liegen. Doch Alicia könnte nicht anders, sie musste tanzen – und sie tat es auf die einzige ihr mögliche Weise: „Ich tanzte in Gedanken. Mit verbundenen Augen, reglos, flach auf dem Rücken liegend, brachte ich mir selbst bei, die Giselle zu tanzen.“

Eines Tages verletzte sich die Primaballerina des New York City Ballet, und Alicia wurde gebeten, für die einzuspringen. Damals war sie bereits teilweise erblindet, doch wie konnte sie Nein sagen? Die Partie, um die es ging, war die Giselle!

Sobald sie anfing zu tanzen, verliebte ihr Publikum sich in sie. Obwohl sie kaum noch etwas sah, tanzte Alicia mit Selbstvertrauen und großer Anmut. Sie brachte ihren Partnern bei, im rechten Moment stets genau dort zu sein, wo sie sie brauchte.

Ihr Tanzstil war so einzigartig, dass sie uns Ihre Ballettkompanie Einladungen aus aller Welt erhielten. Doch ihr Traum war es, das klassische Ballet in ihre Heimat zu bringen, nach Kuba.

Nach der Rückkehr von ihren Reisen unterrichtete sie kubanische Tänzer im klassischen Ballett. Sie gründete die Ballettkompanie Alicia Alonso, aus der später das Ballet Nacional de Cuba wurde, das kubanische Nationalballett.

Aus dem Buch „100 außergewöhnliche Frauen“ von Elena Favilli und Francesca Cavallo erschienen im Hanser Verlag am 25.09.2017

Alfonsina Strada

Alfonsina Strada wurde am 16.03.1891 in Italien geboren.

„Es war einmal ein Mädchen, das konnte so schnell fahren, dass es kaum zu sehen war. „Nicht so schnell, Alfonsina!“, riefen ihre Eltern ihr hinterher. Zu spät – sie war längst vorbei.

Als sie heiratete, hoffte die Familie, sie werde endlich die verrückte Idee aufgeben, Radsportlerin zu werden. Doch es kam anders: Zur Hochzeit schenkte der Bräutigam ihr ein nagelneues Rennrad. Das paar zog nach Mailand, wo Alfonsina professionell zu trainieren begann.

So schnell und so stark wurde sie, dass sie wenige Jahre später am Giro d‘Italia teilnahm, einem der härtesten Radrennen der Welt. Nie zuvor hatte eine Frau das gewagt. „Das schafft sie nie“, sagten die Leute. Doch Alfonsina war nicht zu stoppen.

Das Rennen war lang und anstrengend, mit einundzwanzig Tagesetappen, die über einige der steilsten Bergstrecken Europas führten. Von den neunzig Rennfahrern am Start kamen nur dreißig ins Ziel, darunter auch Alfonsina.

Doch schon im nächsten Jahr wurde sie von der Teilnahme ausgeschlossen. Der Giro d‘Italia sei eine reine Männerveranstaltung, beschlossen die Funktionäre. Aber auch das konnte Alfonsina nicht aufhalten.

Sie fuhr immer weiter Rennrad und stellte einen Geschwindigkeitsrekord auf, der erst nach siebzehn Jahren eingestellt wurde, und das, obwohl ihr Rad über 20 Kilo wog und nur einen einzigen Gang hatte.

Alfonsina wäre glücklich, wenn sie wüsste, wie viel sich seit damals geändert hat. Das Radrennen der Frauen ist heute ausgesprochen beliebt und sogar olympische Disziplin.“

Aus dem Buch „100 außergewöhnliche Frauen“ von Elena Favilli und Francesca Cavallo erschienen im Hanser Verlag am 25.09.2017

Alek Wek

“Schönheit, die von Innen kommt, kann man nicht übersehen.”

Alek Wek, geboren am 16. April 1977 im vom Bürgerkrieg geplagten Südsudan, ist ein international bekanntes Model. 1983 floh sie mit ihren Eltern über Khartum nach Großbritannien.

Bekannt geworden durch das Musikvideo zu “Goldeneye” von Tina Turner war Alek Wek 1997 das erste afrikanische Model auf dem Titelblatt der Frauenzeitschrift ELLE. Sie sitzt außerdem im Gremium des US-Komitees für Flüchtlinge.

Ada Lovelace

Ada Lovelace 10. Dezember 1815 – 27. November 1852

Ada Lovelace war eine britische Mathematikerin die als erste Programmiererin in die Geschichte einging. Allerdings war sie nicht nur die erste Frau die sich mit Computerbefehlen auseinandersetzte, sondern allgemein der erste Mensch, der Programme für Maschinen schrieb. Fast 100 Jahre vor den ersten Pionieren der Computer- und Maschinensprachen, war diese Frau ihrer Zeit weit voraus.
Nach ihr sind die Lovelace Medal und die Programmiersprache “Ada” benannt.

“Mein Gehirn ist mehr als sterblich. Das wird die Zukunft zeigen.”