Feminismus und Antisexismus

Eine Welt, in der ihr eurer Leben, unabhängig des euch bei der Geburt zugewiesenen Geschlechts, frei gestalten könntet klingt ganz schön cool oder? Leider ist sie auch in Sachsen noch lange keine Realität. Kaum ist man auf der Welt wird man* direkt in eine Kategorie gedrückt.

Mensch statt Geschlecht!

Aufgrund der strengen Regelung zum Eintrag der Geschlechterkategorie „divers“, wird das binäre Geschlechtssystem trotzdem weiterhin aufrechterhalten. Im binären Geschlechtersystem werden nur zwei Geschlechter anerkannt – männlich und weiblich. Zu diesen Geschlechtern gehören klare Rollenbilder, die Kinder von Geburt an erlernen und gesellschaftlich von ihnen erwartet werden. Mädchen sollen immer brav, leise und mitfühlend sein und sich um andere kümmern. Sie sollen bloß nicht an sich zu denken oder auf eigene Bedürfnisse achten. Jungs hingegen müssen laut sein, sich raufen und immer stark sein. Sie dürfen nicht weinen, denn aus ihnen sollen mal „richtige Männer“ werden. Somit wird bereits in der Kindheit der Grundstein für „toxische Männlichkeit“ und sexistisches, von Gewalt geprägtes Verhalten gegenüber anderen Menschen gelegt. Wir fordern das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit für alle und zwar ohne stumpfe Geschlechterstereotype, denn diese können ursächlich für einen großen Leidensdruck für diejenigen sein, die sich außerhalb dieser Vorgaben oder jenseits des binären Geschlechtersystems wiederfinden.

Fight Lookism!

Zu den Stereotypen gehören auch Schönheitsideale, denen man zu entsprechen hat. Dies setzt gerade Frauen* und zunehmend auch Männer so stark unter Druck, dass es eine Ursache für physische und psychische Krankheiten sein kann. In der Werbung werden Menschen und gerade Frauen* fast immer sexualisiert, dem Schönheitsideal entsprechend dargestellt. Wir finden das grundlegend falsch, denn es führt dazu, dass Frauen* als Objekte angesehen werden.

My body, my choice!

Wenn das Geschlecht bei der Geburt nicht eindeutig als männlich oder weiblich identifiziert werden kann, erfolgt meist eine Operation der Geschlechtsorgane. Diese kann schwerwiegende Folgen für das weitere Leben des Kindes haben. Trans- und Interpersonen sind generell häufig von Diskriminierungen und Gewalt betroffen, die ihre Ursache in einer Welt haben, die sich an allem abreibt, was an einem weißen, heteronormativen Weltbild kratzt. Wir wollen in einer Welt leben, in der wir nicht über unser Äußeres definiert werden und über unsere Körper selbst bestimmen können!

Dies gilt natürlich auch für Schwangere. Dass Schwangerschaftsabbrüche seit 1933 noch immer gesondert im Strafgesetzbuch behandelt werden ist nicht hinnehmbar! Zwar haben die Paragraphen heute einige Einschränkungen, stellen aber immer noch eine ständige Bedrohung und Infragestellung der Kompetenzen praktizierender Ärzt_innen und der Mündigkeit schwangerer Personen dar. Wir fordern die Entstigmatisierung und Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen!

Unabhängig von Geschlecht, Aussehen, Kleidung sollte sich kein Mensch fürchten müssen, bewertet, begrapscht, dumm angemacht oder bedroht zu werden. Wir fordern mehr Zivilcourage und härteres Durchgreifen bei sexuellen Übergriffen, egal ob auf der Straße, im Club, in der Familie, bei Freund_innen und generell überall! Yes means yes and no means no!

Wenn schon Arbeit, dann ohne Diskriminierung

Dass im 21. Jahrhundert Frauen* immer noch weniger verdienen als Männer, ist eine der vielen Formen von Sexismus, die Menschen jeden Tag erfahren. 21% Lohnunterschied entstehen auch durch die Tatsache, dass es immer noch typische Männer- und Frauenberufe gibt, wobei Frauen* häufig im schlechter bezahlten Betreuungs- und Dienstleistungssektor arbeiten.  Die Krönung ist hierbei, dass diese Arbeit für viele Frauen* unsichtbar nach der Lohnarbeit zuhause weitergeht, wo sie nicht nur zu gering sondern gar nicht vergütet wird Wir fordern eine gleichberechtigte Verteilung von Sorgearbeit!

Entscheidungsgremien und politische Institutionen sind vor allem von Männern dominiert. Das liegt nicht daran, dass Männer kompetenter sind oder Frauen* sich von Natur aus nicht für „Männerberufe“ interessieren, sondern daran, dass ihnen von Geburt an gewisse Erwartungen an sie bzw. ihr Geschlecht eingetrichtert werden. Aber auch bei gleicher Arbeit verdienen Frauen* im Durchschnitt 6% weniger als Männer. Wir wollen, dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, für gleiche Arbeit gleich viel verdienen und die Berufe erlernen und ergreifen können, auf die sie Bock haben.

Emanzipatorische Bildung

Nicht nur Werbung und Berufsleben, sondern auch dem deutschen Bildungssystem fehlt es an emanzipatorischen Inhalten. Das zweigeschlechtliche, heteronormative, eurozentristische Weltbild gilt noch immer als Norm. Das müssen wir ändern! Wir fordern eine gendersensible Bildung. Dazu gehören gendergerechte Sprache, feministische Inhalte, Sexualkunde und Konsensprinzip als Schwerpunkt, eine Aufklärung über die verschiedenen Geschlechter und Sexualitäten, sowie Awareness in Bildungseinrichtungen, z.B. durch Sexismusmeldestellen. Wir wollen auch, dass gerade Frauen* gefördert werden, wenn sie sich für eine akademische Laufbahn entscheiden.

Wir fordern unter anderem:

  • Gendergerechte Sprache
  • Sensibilisierung für Geschlechtsidentitäten
  • Selbstbestimmungsrecht für Inter- und Trans-Personen
  • Eine Welt ohne Lookismus und Bodyshaming
  • Konsequentere Ahndung sexualisierter Gewalt und sexueller Ausbeutung
  • Gleiche Löhne für gleiche Arbeit
  • Förderung akademischer Laufbahnen von Frauen*
  • Quoten als Standard in politischen Ämtern und Führungspositionen
  • Faire Verteilung von Sorgearbeit
  • Die Abschaffung sexistischer Werbung
  • Schwangerschaftsabbruch raus auch dem StGB
  • Emanzipatorische Bildung mit antisexistischen Inhalten und Lehrmethoden

Zur linksjugend [´solid] Sachsen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s