Münster, „die Medien“ und unsere Gesellschaft.

Zum erweiterten Suizid von Münster am vergangenen Samstag, nehmen wir eine grausame Medienberichterstattung wahr. Unbestritten ist die Tat aufs Äußerste zu verurteilen, welche unschuldige Menschen aus dem Leben gerissen hat. Wir wissen, dass der Täter Jens R. schwere psychische Probleme hatte und im Job bzw. in seinem Leben gescheitert ist. Doch was macht es mit uns bzw. den berichterstattenden Medien ? Reflexartig werden obskure Vergleiche zu Anis Amri oder anderen Attentaten bzw. Amokläufen gezogen und der Schrei nach mehr Sicherheit wird laut.

Dies ist aber nicht der eigentliche Kern des Problems. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass sein handeln auf der schweren psychischen Krankheit beruht und diese unumgänglich ist. Vielmehr müsste die Erstattung und Diskussion in Richtung Prävention gehen. Psychische Krankheiten müssen innerhalb der Gesellschaft anerkannt werden. Es ist Aufgabe des Staates Anlaufsmöglichkeiten für Betroffene, Angehörige, Freunde und Verwandte zu schaffen und bei starker Indizienlage einzugreifen. Dies bedeutet allerdings auch mehr Geld für Anlaufstellen, frühzeitig schulische sowie außerschulische Aufklärung und Vermittlungsstellen.

Auch müssen Arbeitgeber und Krankenkassen stärker in die Verantwortung genommen werden. Besonders in Hinblick auf den stetig wachsenden Leistungsdruck und die ansteigende Existenzangst durch ausbeuterische kapitalistische Betriebe.

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