Drogenpolitik

Durch die aktuelle Drogenpolitik der Bundesrepublik werden Konsumierende kriminalisiert. Die Grenze zwischen legalen und illegalen Drogen ist aus unserer Sicht eine willkürlich getroffene, da sie nicht auf rationalen Fakten basiert. Während Drogen wie Alkohol und Nikotin verharmlost, ja sogar für deren Konsum geworben wird, werden illegalisierte Substanzen und deren Konsum stigmatisiert und verteufelt. Diese repressive Rechtslage hindert Menschen jedoch nicht daran, sich den gewünschten Rausch trotzdem zu verschaffen, was dazu führt, dass Konsumierende häufig  über mögliche Nebenwirkungen und Risiken aufgeklärt werden.

Die Bundesrepublik gibt 84% des Budgets zur Umsetzung ihrer Drogenpolitik (1,6 Mrd. €uro) für Repression (z.B Strafverfolgung) aus und liegt damit an der europäischen Spitze. Aus unserer Sicht findet das Geld in der Präventionsarbeit bessere Verwendung. Damit eine sinnvolle Aufklärung gewährleistet werden kann, setzen wir uns also dafür ein, dass durch eine bessere Finanzierung der Präventionsarbeit freier Träger individuelle Beratung und Aufklärung stattfinden kann.

Durch Aufklärung allein kann jedoch nicht dem Risiko vorgebeugt werden, dem sich Konsumierende aussetzen, wenn sie verunreinigte Substanzen konsumieren. Das Beimischen von Streckmitteln erhöht das gesundheitliche Risiko und das Auftreten von ungewünschten Nebenwirkungen beim Konsum deutlich. Auch, dass Konsumierende nicht über den Wirkstoffgehalt Bescheid wissen, kann gefährliche Konsequenzen haben. Beispielsweise kam es vermehrt zu Bleivergiftungen beim Konsum von Cannabis, da Blei als Streckmittel benutzt wurde. Aus diesem Grund fordern wir legales DrugChecking in Apotheken und Konsumorten. Um dem unfreiwilligen Konsum von unerwarteten Zusammensetzungen vorzubeugen, fordern wir des Weiteren die Einführung von lizensierten Abgabemodellen.  Es wäre denkbar, z.B. in Apotheken Abgabestellen für Substanzen einzurichten. Dadurch wird gewährleistet, dass Personen, die Rauschmittel konsumieren wollen, vor dem Konsum von medizinischem Fachpersonal beraten und aufgeklärt werden. Außerdem können genaue Angaben zur Dosierung gemacht werden.

Weiterhin ist für uns die derzeitige Situation bei der Therapie von Suchterkrankter nicht hinnehmbar. Es fehlt an Therapieplätze und mangelt an Ärzt_innen, was zu hohen Wartezeiten in Fachkliniken führt, selbst wenn es sich bei den Betroffenen um akute Fälle handelt, sodass wir auch hier eine bessere Finanzierung fordern.

Alles in allem wollen wir weg von der aktuell repressiven Drogenpolitik, hin zu einer präventiven Politik, bei der die Gesundheit der Konsumierenden im Vordergrund steht und sie in die Lage versetzt selbstbestimmt und aufgeklärt ihr Recht auf Rausch wahrnehmen zu können.

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